Schwerer Unfall auf der Bremen
Vier Männer vom Dampfdruck getötet.
Ein Schwerverletzter/ Ventil der Hauptleitung riss ab.
Ein entsetzliches Unglück ereignete sich am 30.04.1959 um 8.10 Uhr an Bord des Turbinenschnelldampfers „Bremen“ am Ausrüstungskai des Bremer Vulkan. Ein Ventil der Hauptdampfleitung wurde abgerissen und der volle Dampfdruck eines Kessels mit 42 atü und einer Betriebstemperatur von 400 Grad strömte aus dem Kesselraum in den Schornsteinschacht, wo mehrere Werftarbeiter und Besatzungsmitglieder der „Bremen“ arbeiteten.
Vier Männer, zwei vom Bremer Vulkan und zwei vom Norddeutschen Lloyd, die oberhalb der Ventilbruchstelle beschäftigt waren, sind durch den gewaltigen Druck und die ungeheuerliche Hitze sofort getötet worden. Ein fünfter Arbeiter wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Blumenthaler Krankenhaus eingeliefert. Zwei Arbeiter, die unterhalb der Unglücksstelle im Schornsteinschacht arbeiteten, kamen mit leichten Verletzungen davon.
Für hunderte von Werftarbeitern begann um 6.30 Uhr die Arbeit auf der „Bremen“ wie an jedem Tag. Set einigen Tagen werden die Maschinen erprobt, die Kessel gefeuert und die Leitungen mit Dampf beschickt. Auch an diesem morgen war die Hitze im Schornsteinschacht groß. Eine Arbeitskolonne, die oberhalb der Ventilbruchstelle mit Isolierungen der Rohrleitungen zu tun hatten, brachen kurze Zeit vor dem Unglück die Arbeit wegen unerträglicher Hitze ab. Lediglich die Opfer des Unglücks arbeiteten weiter. Unterhalb des Ventils standen Michael Koch und Ewald Wirellis etwa zweieinhalb Meter über dem Kessel auf einer Plattform. Sie isolierten eine Rohrkappe.
Über die Minuten vor dem Unglück berichtete Ewald Wirellis: „Als die Kollegen oben im Schacht gegangen waren, wollten auch wir den Arbeitsplatz verlassen. Dann vernahm ich einen ohrenbetäubenden Krach. Es ging alles sehr schnell. Im Bruchteil einer Sekunde war der ganze Schacht mit trockenem, beißendem Dampf angefüllt. Meine Kehle war wie zugeschnürt. Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich gegen ein Schott flog. Dann sah ich Michael. Er war auch gegen die Seitenwand geschleudert worden. Wie wir ins Freie gelangten, weiß ich nicht mehr. Aber erst viel später erfuhren wir, was sich an Bord ereignet hatte.
Das Unglück auf der „Bremen“ überschattete die Maifeiern in Bremen –Nord. Die Gewerkschaftsfahnen waren mit Trauerfloren versehen und der Aufmarsch der Belegschaft der Schiffswerft wurde ohne Musik in stiller Trauer abgehalten.







