Das Turbinenschiff Bremen V
Ihr Leben beginnt 1939 als PASTEUR in St. Nazaire. Kurz nach der Übergabe an die Cie. de Nav. Sudatlantique wird ihr die ehrenvolle Aufgabe zuteil, den Goldschatz der französischen Nationalbank nach Halifax, Kanada zu bringen, um ihn vor dem Zugriff der deutschen Besatzer zu retten. An Stelle der vorgesehenen 750 Passagiere werden ab 1940, jetzt unter britischer Flagge, ca. 4000 US-Soldaten über den Atlantik gebracht. Nach Beendigung des Krieges wird sie 1946 an Frankreich zurückgegeben und erhält als einziges Schiff der Welt das Kreuz der französischen Ehrenlegion. Der Krieg in Indochina und auch die Suez-Krise 1956 sorgen für weitere Truppentransporte. Noch 1956 wird das Schiff in Brest aufgelegt und zum Verkauf angeboten.
Der Norddeutsche Lloyd in Bremen kaufte die aufgelegte PASTEUR. Im September 1957 trifft das Schiff in Bremerhaven ein. Während einer dreimonatigen Liegezeit beim damaligen Technischen Betrieb des NDL wird die PASTEUR von allen Einrichtungen eines Truppentransporters befreit und einer ersten Dockung unterzogen wurde. Am S.Januar 1958 wird der Schiffstorso nach Bremen überführt und dort in 18 Monaten beim Bremer Vulkan zur neuen BREMEN (5) umgebaut. Am 9. Juli 1959 nimmt das Flaggschiff der Lloyd-Flotte unter dem Traditionsnamen BREMEN seinen Dienst im Nordatlantikverkehr auf. Mit diesem schwimmenden 5-Steme-Hotel gelingt es dem NDL, an seine legendären Atlantikliner anzuknüpfen. Doch mit den Jahren war das Schiff im Nordatlantikverkehr der Konkurrenz des Flugzeuges unterlegen und es blieb der Reederei (nach der Fusion Hapag-Lloyd) nichts weiter übrig als an den Verkauf zu denken. Insgesamt legte die BREMEN von 1959 bis zum Verkauf 1.618.547 Seemeilen zurück, für diese Wegstrecke ergab sich ein Verbrauch von 954.857 Tonnen Heizöl. Der Gesamtverbrauch, also einschl. Hafen- u. Werfttage betrug 1.029.000 Tonnen.